Gebührenfreie Girokonten sind heutzutage nur bei einem monatlichen Geldeingang von X Euro bei einigen Banken zu bekommen. Es wird viel mit Gebührenfreiheit geworben, aber man kommt schneller in eine kostenfalle als gedacht. In der heutigen Zeit der Kurzarbeit und Niedriglöhne hat aber kaum mehr einer genügend Nettoeinkommen um überhaupt die Mindestanforderung der Banken erfüllen zu können. Life-Tutorials zeigt Ihnen einen Weg, wie Sie dennoch Ihr Konto kostenlos führen können.

Jede Bank möchte und muss Gewinne machen. Sonst wäre das Unternehmen unrentabel und zum Scheitern verurteilt. Es ist also der Banken gutes Recht für ihre Dienstleistungen Gebühren zu verlangen. Man stellt sich nun die Frage ob es sinnig ist, ein Girokonto bei einer Bank zu führen, die Gebühren verlangt und im Vergleich zur Onlinekonkurrenz in Bezug auf die Leistungen auch noch schlechter abschneidet.
Wie gesagt liegt das Problem bei fast jedem Angebot darin, dass ein monatlicher Geldeingang von zum Beispiel 2000€ gefordert wird, um das Konto günstig oder sogar kostenlos führen zu können. Liegt man mit seinem Einkommen oder dem monatlichen Geldeingang unter der Mindestanforderung kann das super Angebot eine Kostenfalle ohnegleichen werden. So kann zum Beispiel ein andernfalls kostenloses Konto der Sparkasse mal schnell 90€ im Jahr kosten, wenn nicht genügend Geld eingeht. Die Lösung ist ein zweites Konto.
Zwei Konten sind günstiger als eins
Das Paradoxe daran ist, das zwei Konten tatsächlich günstiger sein können als eines alleine. Der gesunde Menschenverstand rechnet mit zweimal Kontoführungsgebühren. Kern der Sache ist aber folgender: Die Bank sagt aus, um eine kostenlose Kontoführung zu haben, muss ein Betrag von zum Beispiel 2000€ monatlich eingehen. Sie sagt aber nicht, dass das Geld in einem Stück kommen muss, oder was danach damit geschehen soll. Die Summe der Eingänge muss lediglich 2000€ betragen. Und hier kommt das zweite Konto ins Spiel:
+ Man eröffnet ein zweites Konto, zum Beispiel bei einer Direktbank Online zusätzlich zum eigentlichen Girokonto. Auf dieses Konto legt man sich einen Teil seines ersparten Geldes und bekommt in den meisten Fällen sogar noch bis zu 5% Zinsen auf sein Geld (Tagesgeldkonten zum Beispiel).
+ Einmal im Monat (je nach zurückgelegter Summe) transferiert man nun das Geld vom „Sparkonto“ auf das eigentliche Girokonto. Idealerweise hat man die komplette Summe, die monatlich von der Bank gefordert wird auf der hohen Kante.
+ Das Ergebnis ist, dass die Bank ihren monatlich geforderten Geldeingang hat, die Kontoführung kostenlos ist und man für das zurückgelegte Geld sogar noch Zinsen bekommt. Achten muss man dabei lediglich auf das richtige Timing.
Das richtige Timing
Am leichtesten kann man die doppelte Kontoführung per Dauerauftrag erledigen. Dabei sollte man aber beachten, dass Banken sehr schnell abbuchen, aber lange nicht so schnell gutschreiben. Je nach Institut kann eine Überweisung schon mal 3-5 Werktage dauern. Dazu kommt, dass Buchungstage auch ein Wochenende haben. Am Samstag und am Sonntag wird also nicht verbucht. Bestenfalls führt man einen solchen Dauerauftrag am ersten eines jeden Monats aus und lässt das Geld erst am zehnten wieder zurückbuchen. Selbstverständlich auch per Dauerauftrag. Wenn Sie dies ein bis zweimal gemacht haben, dann bekommen Sie eine Übersicht darüber, wie lange die von Ihnen gewählten Geldinstitute benötigen um das Geld zu transferieren. Kürzen Sie dementsprechend die Dauer und die Abstände der Buchungen, denn jeder Tag an dem das Geld nicht auf Ihrem „Parkkonto“ liegt, verdienen Sie nichts an den Zinsen.
Achten Sie aber auch bitte darauf, dass Timing nicht ganz so eng zu gestalten, denn sonst kann es passieren, dass Sie mangels Deckung eventuell Überziehungskosten zahlen müssen oder der Auftrag gar nicht ausgeführt wird.
Auch Gewinne sind möglich
Je nachdem für welches der vielen Konten Sie sich entscheiden haben Sie sogar die Möglichkeit nicht nur Ihr Konto kostenlos führen zu können, sondern zudem noch den Zinsvorteil, der Ihnen sogar noch Gewinne bescheren kann.
Die meisten Online Banken bieten mittlerweile eine Bargeldabholung an den gängigen Automaten an. Das heißt, Sie können ein Konto Online führen, aber dennoch an jedem Automaten des Verbundes (abhängig von der gewählten Bank) an Ihr Geld gelangen. Der Vorteil daran ist, dass Sie theoretisch zum Beispiel zwei Tagesgeldkonten kostenlos führen können und bei beiden den Zinsvorteil ausnutzen können. Leider ergibt sich hier auch ein Nachteil: Die meisten Online Banken haben keine Filialen, wodurch die Kundenbetreuung etwas leidet, denn diese findet nur noch am Telefon oder per Email statt. Für Medienaffine Menschen, stellt dies aber kein Problem dar.
Fazit
Die doppelte Kontoführung mag auf den ersten Blick ein wenig komplizierter erscheinen, als ein einfaches Girokonto, bietet aber, nachdem alles eingerichtet ist, eine große Ersparnis. Teilweise zahlen die Nutzer eines Girokontos schon mal an die hundert Euro im Jahr dafür, dass sie ihr Gehalt bekommen dürfen. Dieses Geld kann man sich sparen und sogar einen Umkehreffekt erzielen, wenn man sich ein wenig informiert und sich dafür entscheidet kein Geld mehr zu verschenken. Ich hoffe Ihnen mit diesem Beitrag ein wenig geholfen zu haben, denn Sparen wollen wir ja alle.